Ausklammerung und Nachfeld als Stilmittel
Extraposition and the Nachfeld (post-field) as a stylistic device
Verschiebung eines Glieds ins Nachfeld (hinter den verbalen Schlussteil), um die zu entlasten oder zu betonen.
Struktur
… [Verbalkomplex] | Nachfeld (Vergleich / PP / Nebensatz)
Details
- Wortart
- Syntax
- Register
- Formal/literary
Erklärung
Normalerweise schließt die deutsche Satzklammer den Satz: finites an zweiter Stelle, infinite Teile (, abtrennbares Präfix, ) am Ende. Ausklammerung verschiebt bewusst ein Glied ins Nachfeld - hinter diesen verbalen Schlussteil -, um einen schweren Satz zu entlasten oder das ausgeklammerte Glied hervorzuheben.
Vergleiche mit als/wie, lange Präpositionalphrasen und Relativsätze rücken am natürlichsten ins Nachfeld:
- Er hat mehr geleistet, als irgendjemand erwartet hatte. (Vergleich)
- Er hat sich nie beklagt, nicht einmal in den schwersten Stunden seiner Haft. (betonte PP)
- Sie ist gereist nach Rom, Wien und Prag. (schwere PP)
Es ist das Gegenstück zur Voranstellung (Spitzenstellung): Material geht nach hinten, nach vorn.
Häufige Fehler:
- Es als nachlässige behandeln; im förmlichen Text muss es eine bewusste Wahl sein, sonst wirkt es schludrig.
- Kurze, leichte Objekte ins Nachfeld schieben, was holprig klingt; nur Vergleiche, schwere PP und Sätze.
- Übermäßiger Gebrauch, der den Satz zersplittert und den Leser ermüdet.
Über Ausklammerung und Nachfeld als Stilmittel
Verschiebung eines Glieds ins Nachfeld (hinter den verbalen Schlussteil), um die zu entlasten oder zu betonen.
'Er hat mehr geleistet, als irgendjemand erwartet hatte.' Der Vergleich steht im Nachfeld. Ebenso: 'Sie ist gereist nach Rom, Wien und Prag.' Bewusst eingesetzt wirkt das elegant, nachlässig.
Achtung
Comparisons with 'als/wie', heavy PPs and relative clauses ausklammer most naturally. Overuse in formal writing can sound careless, so it is a deliberate device.